Luckau – Atelier Clara

Clara sagt von sich selbst, dass sie das Publikum braucht. Besucher, die sich durch das Erdgeschoss drängeln und an ihren Bildern stehen bleiben. Dann sucht Clara die Gesichter nach Reaktionen ab. „Ich brauch das ganz dringend, als Rückmeldung ob meine Arbeit richtig war“, betont sie.

Claras Atelier ist der letzte Wunderpunkt in Luckau. Früher gab es in dem Dorf mehrere Punkte, die aber im Laufe der Jahre Zug um Zug schlossen. Im vergangenen Jahr waren sie noch zu zweit sagt Clara und dieses Jahr … gibt es keine KLP, keine Besucher, keine Gesichter, keine Bestätigung.

Natürlich sei die Absage auch mit finanziellen Einbußen verbunden. Die Besucher haben Geld in Luckau gelassen, was in diesem Jahr fehlen wird. „Das kann ich verkraften“, stellt Clara klar. Aber das Ausbleiben der Bestätigung mache ihr zu schaffen.

Illustratorin ist ihr Traumberuf. Sie arbeitet frei und trotzdem nicht für die Schublade. Sie illustriert Bücher, übernimmt die Vermarktung, hat eine Kollektion mit Magneten von denen ihre „gute-Laune-Motive“ den Betrachter anlächeln, ihre Motive zieren Post- und Grußkarten, Pins und Lesezeichen. Allerdings sei ihr Handwerk doch eine recht einsame Angelegenheit. Das sei grundsätzlich okay, zumal sie sich im Dorf sehr wohl fühle. Wenn dann aber die Ausstellung zwischen Himmelfahrt und Pfingsten platzt, dann könnte sie heulen.

Nach der Absage kam die Wut. „Ich weiß nicht und auf wen, aber ich war stinkwütend, dabei ist das gar nicht meine Art“, entschuldigt sie sich. Nach der Wut kam die Überzeugung, dass etwas geschehen müsse. Pressearbeit, die Website aufmöbeln, den Webshop einrichten – die Zeit zerflösse zwischen ihren Fingern. Die Hoffnung ist klar: Das Internet könnte ihr sowohl finanziell als auch in Sachen Feedback weiterhelfen.

Eigentlich, sagt Clara, brauche sie zwei bis vier Wochen, um die 100 Quadratmeter Ausstellungsfläche im Erdgeschoss für den Publikumsverkehr herzurichten. Auf die Frage, ob Sie denn nun Zeit habe, verneint sie heftig: „Nein, nein überhaupt nicht – eher weniger!“

Inzwischen hängt ein Schild an der Eingangstür. Unter Einhaltung der Anstandsregeln könne man mit ihr einen Besuch abstimmen – bis zu 5 Personen könnten ihr Atelier besichtigen.

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