Bülitz

Über Denkpausen, mehr Zeit und das Vermissen

Bülitz. Jahr für Jahr pilgern tausende Besucher per Auto oder Rad in das kleine Dorf zwischen Wustrow und Clenze. Die Absage der Kulturellen Landpartie beschert Bülitz eine Auszeit vom Massentourismus und den Betreibern ein neues Gefühl für den Frühling.

Birgit Jöhnk und Peter Koschnik sind schon seit 30 Jahren Wunderpunktbetreiber. Der Punkt wuchs während dieser Zeit vom Ausstellungsort der örtlichen Kunsthandwerker zu einem wahren Hotspot der Kulturellen Landpartie.

Bülitz 31 ist ein großer Punkt mit allen Schwierigkeiten, die dieses Attribut mit sich bringt.

Die Absage der KLP 2020 hat den beiden unverhofft mehr Zeit verschafft. Üblicherweise beginnt Ende März das große Räumen und Vorbereiten und die Zeit rennt. In diesem Jahr können Birgit und Peter vor der Küche in der Sonne sitzen und erzählen.

Dabei dreht es sich vor allem um ihren eigenen Wunderpunkt denn zu anderen Punkten, das gibt Peter offen zu, kommt er persönlich meist gar nicht. „Ich bin morgens der erste und mach dann als letzter das Licht aus“. So sei das eben und damit könne er leben.

So richtig überrascht, dass die KLP in diesem Jahr ausfiel waren die beiden nicht. „War doch irgendwie klar“, mein Birgit und wirkt dabei recht gelassen.

Vielleicht sei es gut, einmal zu erleben, wie der Frühling ohne KLP ist. Dann könne man etwas zur Ruhe kommen und vielleicht auch einmal über das eine oder andere nachdenken. „Ich bin gespannt wie das ist und hoffe auch, dass manche Leute, die kritisch sind, die KLP dann auch vermissen“, meint Birgit.

Ja, klar hätten sie schon mal drüber nachgedacht, wie andere Punkte mal für ein Jahr auszusetzen oder sogar ganz aufzuhören. Aber da greift dann auch eine gewisse Verpflichtung gegenüber den Freunden, die fest darauf geeicht sein, Jahr für Jahr zu kommen sagt Birgit. Was man denen hätte sagen solle, dass sie mal ein Jahr Pause machen, nur um mal zu gucken – das hätte sie nie gewusst, sagt Birgit. „Was würde mir fehlen“, fragt sich Peter und antwortet sofort: „Die Leute, meine Freunde. Die sehen wir einmal im Jahr.“

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